Gregor Hildebrandt

DIE PRESSETEXTARBEITEN
21.02.2021 – 17.04.2021

Ich kann, ich will, ich muss – einen Text schreiben, den zumindest der Künstler lesen wird. Zudem werden diese Zeilen gesprochen, auf jene aus der Zeit gefallenen Kassetten, auf Band. Und ja, ich bin schon etwas älter. Kassetten – sie sind unbedingter Teil der Jugendkultur, genauer gesagt, haben sie meine Erinnerung an eine Autofahrt vehement geprägt. Sie waren der Träger von schlechterer, als auch besserer Mucke und selbst ihr Rascheln und Knarzen in der Mittelkonsole oder im Handschuhfach erscheinen rückblickend grandios. Der Ärger um einen Bandsalat gehörte zwingend dazu, sowie das erfolgreiche Aufwickeln mittels eines Stifts. Erstmal Schwarz-Anthrazit, bei genauem Hinsehen mit einem Stich Braun, Rot, Gelb oder Violett. Jedes Kassettenband hat seine ganz eigene Farbgebung und Lichtreflektion: Malerei.
„Mein Gedächtnis hat Löcher, ich weiß nicht mehr genau
Ich weiß nur noch, dass es schön war, ich weiß nicht mehr wieso.“
(Stereo Total, Ich weiss nicht mehr genau, 2001)
Nun stellt sich Gregor Hildebrandt bei Grzegorzki Shows selbst aus. Warum? Weil zu Pandemiezeiten wohl sonst niemand ausstellen möchte? Dies könnten wir glauben. Nur glaube ich auch, Künstler:innen wollen immer ausstellen. Ich weiß nicht mehr genau, warum ich mich 2010 auf der Art Cologne selbst ausstellte … Geritten vom Ego Trip oder weil es darum ging, konzeptuell (wie ich dieses Wort hasse☺) Grenzen des Kunstbetriebs auszuloten, da es laut Statuten der Messe verboten war, sich selbst oder Verwandte auszustellen. Es war für eine Messebewerbung auch schon seit jeher zwingend erforderlich, geregelte Öffnungszeiten der Galerie vorzuweisen. Man sollte meinen, Kunst hat ihren festen Platz in unserer Gesellschaft. Seit Covid19 ist die Wahrnehmung von Kunst und Kultur zunehmend verblasst. Sie hat schlicht nicht stattgefunden. Es wurde oft beschrieben, dass die Pandemie – einem Brennglas gleich – Probleme ungewohnt klar und deutlich darstellt.
Darum Leute: Stellt Euch selbst aus, bedingungslos. Gregor!

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